Weiterbildung kostet. Wissenswertes rund um den Privatkredit

Geschrieben von mevaleo am 20.03.2017 um 15:16 Uhr

Eine Weiterbildungsmaßnahme bringt im besten Fall einen Karrieresprung, kostet aber auch Zeit und Geld. Wofür das Geld ausgegeben wird und wie die Gesamtkosten einer Weiterbildung finanziert werden können, ist Thema dieses Beitrags.

Weiterbildungsmaßnahmen kosten doppelt: einerseits Geld, andererseits Zeit.

Weiterbildung kostet Geld …

… doch dieses muss nicht immer ausschließlich in die Schulungsmaßnahmen fließen. Selbstverständlich ist das Online-Fernstudium mit entsprechenden Kosten für Unterlagen und Dozenten verbunden, doch das ist auch der „kalkulierbare“ Part im Rahmen einer Weiterbildung. Neben die Kurskosten, die von den Anbietern transparent und deutlich ausgewiesen werden, gilt es auch Eventualitäten zu berücksichtigen, um die Finanzierung des Gesamtprojekts Weiterbildung sicherzustellen.

Mindestens ebenso transparent wie die Seminarkosten werden meist auch Angaben dazu veröffentlicht, wie viel Zeit voraussichtlich in die Weiterbildung gesteckt werden muss. Dass 8, 10 oder 15 Wochenstunden auf den ersten Blick machbar aussehen, kann sich in der Praxis schnell ändern. Wenn die veranschlagte Lernzeit nicht zum Studenten passt, dann gibt es ein Problem. Denn wenn mehr Lernzeit benötigt wird, muss diese an anderer Stelle eingespart werden. Ob dafür eine Putzfrau oder ein Kindermädchen angeheuert oder der Hauptberuf reduziert werden muss, um Zeitkontingente freizumachen, bleibt eine Einzelfallentscheidung. Was alle eint, ist jedoch diese Tatsache: Hier entstehen zusätzliche Kosten, die nicht kalkuliert waren. Am Monatsende fehlen dann, bzw. bei der Reduzierung der Arbeitszeit oder bei der Beschäftigung einer Putzfau, Geld auf dem Konto.

Einer Studie zufolge sieht die Kostenstruktur etwa so aus: 45 Prozent aller Weiterbildungsteilnehmer nutzen kostenlose Weiterbildungsmaßnahmen. Bei 50 Prozent derer, die sich für eine Weiterbildung entscheiden, fallen jährlich 1.000 Euro an. Fünf Prozent investieren bis zu 5.000 Euro in Fernstudien und Fachausbildungen. Pro Weiterbildungsteilnehmer ist ein Einkommensverlust von 127 Euro jährlich zu kalkulieren. Über Zuschüsse und Programme (wie beispielsweise die Bildungsprämie oder das Meister-BAföG) lassen sich etwa 30 bis 40 Prozent der Weiterbildungskosten refinanzieren.

Ein Privatkredit ist im Weiterbildungsbereich eine beliebte Option

Wer beim Wort „Privatkredit“ an Eltern und Familie denkt, der kann die private Option eines Privatkredits nutzen. Weiterbildungswillige, die diese Möglichkeiten nicht haben, können offiziell einen Kredit von Privatpersonen anfragen. Der Nutzen ist wechselseitig:

  • Geldgeber, die dort Geld anbieten, suchen nach einer Option, vorhandenes Vermögen anzulegen und zu vermehren.
  • Kreditnehmer suchen Alternativen zum klassischen Bankkredit und setzen deshalb auf private Geldgeber.

Treffen sich Anlegewillige und Kreditsuchende, wird das zur Win-Win-Situation für beide Seiten. Wer sich um einen Privatkredit von privat bemüht, muss diese Schritte gehen:

  1. Nach der Registrierung auf einem Vermittlerportal müssen – je nach Portalbetreiber – einige Grundinformationen übermittelt werden wie etwa Einkommensnachweise, Kontoauszüge oder etwaige Sicherheiten. Daneben muss das Projekt „Weiterbildung“ beschrieben werden. Eine Anfrage bei der Schufa erfolgt bei vielen, aber nicht bei allen Vermittlern. Hier muss die individuelle Situation berücksichtigt werden.
  2. Aus den Angaben des Kreditsuchenden sowie den Angabe zur Kreditlaufzeit wird ein Score errechnet, der angibt, wie es um die Bonität des Kreditsuchenden bestellt ist. Das ist wichtig für die Privatinvestoren. Denn sie schauen nicht nur nach der Rendite, sondern möchten sicherstellen, ihr investiertes Geld zurück zu bekommen.
  3. Ähnlich wie in einem Auktionshaus steht das Kreditgesuch dann (unter der Angabe eines anonymisierten Benutzernamens) online. Was das Geschäft mit den Privatkrediten vom Auktionshaus unterscheidet, ist die Tatsache, dass nicht ein Geldgelber den kompletten Kreditbetrag anbieten muss. Der Vorteil des Portals ist, dass viele Geldgeber zusammen demjenigen, der eine Weiterbildung absolviert, Geld leihen können. Jeder wirft dafür die seinerseits mögliche oder gewünschte Kreditsumme in den Topf. Ist die gewünschte Kreditsumme darin vollständig enthalten, bekommt der Kreditsuchende den Betrag ausbezahlt. In der Praxis kann der individuelle Kreditbeitrag auch nur bei 50 Euro liegen. Für die Anleger heißt das, das Risiko zu minimieren, falls der Kreditnehmer insolvent geht oder Zahlungsunfähig wird. 

Durch die Möglichkeiten der Privatkredite machen sich Kreditnehmer unabhängig von Banken.

 

Chancen und Risiken liegen auf beiden Seiten

Natürlich ist ein bloßer Blick auf den Ablauf längst nicht entscheidend dafür, ob die Aufnahme eines Privatkredits die persönlich richtige Entscheidung ist. Hierbei gilt es abzuwägen:

  • Ein Privatkredit ist eine gute Option für diejenigen, die vielleicht nicht die nötigen Sicherheiten für einen Bankkredit aufweisen können. Perspektivisch betrachtet haben sie aber die Chance, nach Abschluss der Weiterbildung einen Karrieresprung zu machen, mehr Geld zu verdienen und damit auch den Kredit zurückzahlen zu können.
  • Das geringe Kreditvolumen von oft nur wenigen tausend Euro wird von Banken nur ungern gewährt, zu gering ist ihnen die Marge an solchen Projekten im Verhältnis zum Arbeitsaufwand. Auch an dieser Stelle punkten Vermittlerportale, die Geldgeber und Kreditsuchende zusammenbringen.
  • Riskant ist die Suche nach einem privaten Geldgeber nicht, wohl aber kann die Suche durchaus langwierig sein. Da viele einzelne Investoren zusammen den gewünschten Kredit stemmen müssen, muss die Gesamtsumme auch erst zusammengetragen werden. Sprich: Der Kredit von Privatpersonen ist nicht dafür geeignet, schnell ein finanzielles Loch zu stopfen.

 

Quellen:

pixabay.com © Hans (CC0 Public Domain

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